15.
Wulfener
Musikwoche
2009:
Russische
Seele
wird
musikalisch
durchleuchtet
Im
fünfzehnten
Jahr
ihres
Bestehens
befasst
sich die
Wulfener
Musikwoche
mit
Episoden
aus dem
Leben
des
Kosakenhauptmanns
Stepan
Rasin.
Das ist
eine
historisch
überlieferte
Figur
aus der
zweiten
Hälfte
des
17.Jahrhunderts:
Rasin
zog in
legendären
Raubzügen
die
Wolga
abwärts
bis ins
persische
Reich,
zettelte
schließlich
einen
Aufstand
gegen
den
Zaren
Alexei
an und
lieferte
sich mit
dem Heer
des
Zaren
Schlachten.
Vor
allem
Leibeigene
und
Angehörige
ethnischer
Minderheiten
schlossen
sich ihm
scharenweise
an, weil
er die
geraubten
Schätze
von
besiegten
Bojaren
an die
Armen
verteilte.
Nach
seinem
Tod
wurde er
zum
Volkshelden.Viele
Geschichten
ranken
sich um
diesen
russischen
„Robin
Hood“
und sind
über
mehrere
Jahrhunderte
immer
wieder
vertont
worden.
Neben
Volksliedern
existieren
Ballette,
Opern
und
Orchesterwerke.
Das
Hauptwerk
der 15.
Wulfener
Musikwoche
2009
stammt
aus der
Feder
von
Dmitri
Schostakowitsch:
„Die
Hinrichtung
des
Stepan
Rasin“,
für
Solo-Bass,
Chor und
Orchester
ist ein
symphonisches
Poem,
das
folkloristische
Elemente
in eine
Art
„Opernszene“
integriert.
Der Chor
hat
dabei
eine
entscheidende
Rolle
als
Repräsentant
des
Volkes
und wird
von
allen
TeilnehmerInnen
an der
Musikwoche
einstudiert
- in
deutscher
Sprache.
Einige
Volkslieder
über
Stepan
Rasin
werden
in einer
kleineren
Besetzung
auf
Russisch
eingeübt.
Der
Musikalische
Leiter
der
Musikwoche,
Wolfgang
Endrös,
hat
schon
lange
eine „slawophile
Affinität“.
Seit dem
Jahr
2000
leitet
er u.a.
den
Johannes-Damascenus-Chor
in
Essen.
Dieser
Chor hat
sich zum
Ziel
gesetzt,
den
Reichtum
der im
Westen
weithin
unbekannten
geistlichen
Musik
des
slawischen
Kulturraumes
bekannt
zu
machen
und das
geistliche
Musikleben
in
Osteuropa,
das sich
erst
seit dem
Zusammenbruch
des
kommunistischen
Regimes
frei
entfalten
kann, zu
fördern.
Auch in
diesem
Jahr
wird
Endrös -
über das
Einüben
der
Musikstücke
hinaus
in
Exkursen
zwischen
der
Probenarbeit
- zu den
Werken,
Komponisten
und
Texten
die
künstlerischen
und
zeitgeschichtlichen
Hintergründe
vermitteln.
In der
15.
Wulfener
Musikwoche
über
Stepan
Rasin
wird
also
geklärt,
wieso
sich ein
berühmter
zeitgenössischer
Komponist
mit
einem
Kosakenhauptmann
aus dem
17.
Jahrhundert
befasst:
Schostakowitsch
hat die
Figur
Stepan
Rasin
benutzt,
um
„durch
die
Blume“,
auf
musikalisch-indirekte
Weise
mit dem
stalinistischen
Regime
abzurechnen.
Josef
Stalin
hat den
genialen
Musiker
verehrt,
aber
auch
benutzt.
Zwischen
beiden
gab es
ein
Katz-und-Maus-Spiel,
in dem
sich
Anerkennung
und
Ablehnung
oft
willkürlich
abwechselten.
Hinter
dieser
Musik
verbirgt
sich
spannende
Geschichte.Eine
Teilnehmerin
vom
letzten
Jahr
beschrieb
das
Angebot
so: „Die
Musikwoche
ist ein
vielschichtiger
„Rundum-Workshop“,
wo auch
die
Geselligkeit
stimmt.
Selbst
wenn man
einen
Komponisten
oder ein
Werk
noch gar
nicht
kennt,
schafft
es
Endrös
mit
seinem
unerschöpflichen
Fundus
an
Wissen
und
seiner
Begeisterung,
einem
diese
Musik
nahe zu
bringen.
Die
letzte
Sommerferienwoche
ist bei
mir
schon
geblockt.“
Über 60
Anmeldungen
sind
bereits
eingegangen.
Faltblätter
liegen
aus im
Gemeinschaftshaus,
bei
Banken,
Sparkassen,
Geschäften
und in
den
Kirchen-gemeinden.
Weitere
Informationen
gibt es
bei
Sabine
Bornemann
(02369 /
22352)
oder im
Internet
unter
www.wulfener-musikwoche.de
Quelle:
Dorstener
Zeitung |